Freizeit in Deutschland

Ein abhängig Beschäftigter arbeitet heute durchschnittlich 1645 Stunden im Jahr. Die Freizeit ist im letzten Jahrhundert so umfangre­ich geworden, dass bereits das Schlagwort von der "Freizeitgesell­schaft" auftauchte.

Damit sind aber auch Gefahren verbunden, denn die verfügbare Freizeit verleitet viele zu einer Zusatzbeschäftigung, die wiederum zu Lasten der notwendigen Erholung geht. Manche finden von sich aus nicht den Weg zu einer vernünftigen Freizeitgestaltung. Deshalb be­mühen sich zahlreiche staatliche, kirchliche und kommunale Institu­tionen sowie Vereine und Verbände, der Bevölkerung "Freizeitange­bote" zu machen. Dazu gehören Sportplätze, Schwimmhallen, Freibäder, Büchereien, Volkshochschulkurse, wissenschaftliche und musikalische Zirkel und vieles andere.

Die Wirtschaft hat schnell den sich bietenden Markt erkannt; eine regelrechte "Freizeitindustrie" ist entstanden. Man schätzt, dass ein normaler Haushalt heute ein Fünftel seines Einkommens für die Freizeitgestaltung ausgibt. Mehr und mehr wird die Freizeit auch zum Gegenstand wissenschaftlicher Forschung; an einigen Hochschulen gibt es bereits das Studienfach "Freizeitpädagogik". Die Untersu­chungen über Freizeitgestaltung sind schwierig und zeigen oft die un­terschiedlichsten Ergebnisse. Häufig sagen die Befragten in Deut­schland, dass sie in ihrer Freizeit am liebsten Sport treiben oder Spa­zierengehen. Aber auch das Lesen von Büchern und Zeitschriften, das Fernsehen sowie das Heimwerken und Basteln zählen zu den bevor­zugten Freizeitbeschäftigungen. Ein wichtiger Bereich der Freizeit ist der Urlaub. Jeder Arbeitnehmer in Deutschland hat einen gesetzli­chen Anspruch auf 3 Wochen bezahlten Urlaub im Jahr. Die in Tarifverträgen vereinbarte tatsächliche Urlaubsdauer beträgt jedoch für die meisten Arbeitnehmer 5 bis 6 Wochen.

Über die Hälfte aller Erwachsenen in Deutschland machen jährlich wenigstens eine Urlaubsreise, viele auch zwei und mehr. Das beliebt­este Ferienland ist immer noch Deutschland — mehr als ein Drittel aller deutschen Urlauber bleiben im eigenen Land. Unter den auslän­dischen Reisezielen liegen Italien, Spanien, Österreich, Frankreich und die Schweiz an der Spitze. Nahezu in allen Ländern der Erde trifft man deutsche Urlauber. Die Deutschen geben über 25 Milliarden € jährlich für Auslandsreisen aus; damit sind sie — vor den US-Amerikanern — "Weltmeister im Reisen". 

Витлин Ж.Л., Heutiges Deutsch, 2008, c. 107

1. Erklären Sie folgende Begriffe auf Deutsch:

abhängig, zahlreich, entstehen, das Einkommen, basteln, vernünftig

2. Beantworten Sie die Fragen zum Text.

  1. Wie viele Stunden arbeitet ein abhängig Beschäftigter durchschnittlich in der Woche?
  2. Warum kann eine Zusatzbeschäftigung nachträglich sein?
  3. Was versteht man unter dem Begriff "Freizeitangebote"? Was gehört dazu? Warum braucht man sie?
  4. Wie viel kostet einen seine Freizeitgestaltung?
  5. Was wird im Rahmen der Freizeitpädagogik gelehrt bzw. gelernt?
  6. Womit beschäftigen sich die Deutschen in ihrer Freizeit?
  7. Wie lange dauert der Urlaub in Deutschland?
  8. Wie verbringen die Deutschen ihren Urlaub?

3. Beantworten Sie die Fragen zum Thema.

  1. Haben Sie Probleme mit der Freizeitgestaltung?
  2. Welche Zusatzbeschäftigungen haben Sie gerade? Sind sie zuträglich oder eher nachträglich? Warum?
  3. Wie viel kosten Sie Ihre Freizeitaktivitäten?
  4. Brauchen Sie mehr Kenntnisse über die Freizeitgestaltung? Braucht man, darüber zu lernen?

4. Erklären Sie, worauf sich diese Zahlen im Text beziehen.

  1. 1645
  2. 3
  3. 5-6
  4. 25 Milliarden


Diese Seite als .PDF speichern