Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!  
 Das arglose Wort ist töricht. Eine glatte Stirn  
 Deutet auf Unempfindlichkeit hin. Der Lachende  
 Hat die furchtbare Nachricht  
 Nur noch nicht empfangen.  
  
 Was sind das für Zeiten, wo  
 Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist  
 Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!  
 Der dort ruhig über die Straße geht  
 Ist wohl nicht mehr erreichbar für seine Freunde  
 Die in Not sind?  
  
 Es ist wahr: Ich verdiene nur noch meinen Unterhalt  
 Aber glaubt mir: das ist nur ein Zufall. Nichts  
 Von dem, was ich tue, berechtigt mich dazu, mich sattzuessen.  
 Zufällig bin ich verschont. (Wenn mein Glück aussetzt, bin ich verloren.)  
  
 Man sagt mir: Iss und trink du! Sei froh, dass du hast!  
 Aber wie kann ich essen und trinken, wenn  
 Ich dem Hungernden entreiße, was ich esse, und  
 Mein Glas Wasser einem Verdursteten fehlt?  
 Und doch esse und trinke ich.  
  
 Ich wäre gerne auch weise.  
 In den alten Büchern steht, was weise ist:  
 Sich aus dem Streit der Welt halten und die kurze Zeit  
 Ohne Furcht verbringen  
 Auch ohne Gewalt auskommen  
 Böses mit Gutem vergelten  
 Seine Wünsche nicht erfüllen, sondern vergessen  
 Gilt für weise.  
 Alles das kann ich nicht:  
 Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!